Sind spezielle Schulungen für Ü50-Mitarbeiter nötig?

Seit einiger Zeit gibt es die verschiedensten Diskussionen zum Thema „ältere Mitarbeiter“.

Der Anteil älterer Mitarbeiter steigt kontinuierlich und ihr Erfahrungswissen ist wichtig für den Erfolg eines Unternehmens, aber die Motivation ist nicht immer die beste.

Ältere Mitarbeiter besuchen im Vergleich seltener Seminare; nach einer Untersuchung geht nur jeder vierte zu einer Schulung. Auch zum Thema E-Learning zeigen sie wenig Interesse – die Zustimmung liegt bei ca. 28%.

5 Punkte, die Sie zur Qualifizierung von Ü50-Mitarbeiter kennen sollten

1. Die Grenze 50+ ist willkürlich gesetzt
Schulung für Mitarbeiter 50+
Mit gleichem Recht ist aber auch von Ü 40, Ü 30 oder Ü 20 zu sprechen. Schon ab dem 20. Lebensjahr nehmen die Gedächtnisleistungen ab, aber mit zunehmendem Alter werden die Unterschiede größer. So kann ein 40-Jähriger mehr Lernschwierigkeiten haben als ein 60-Jähriger. Doch Vorsicht: Streng genommen bedeutet eine solche Altersgrenze eine Diskriminierung.

2. Verabschieden Sie sich vom Defizit

„Ältere lernen schlechter!“ – diese Aussage ist so nicht korrekt. „Ältere lernen anders“ hört sich dagegen schon besser an. Präzise ausgedrückt: Erwachsene müssen im Laufe der Jahre immer wieder ihre Lernstrategien überprüfen und Techniken ablehnen, die nicht mehr angemessen sind. Dieser Aufgabe sollte man sich allerdings nicht erst mit 50 stellen.

Person lernt
3. Schwierigkeiten sind oft hausgemacht
Person mit verschränkten Armen
Wenn Mitarbeiter glauben, dass sie zu alt zum Lernen sind, werden sie immer wieder eine Bestätigung suchen und auch finden. In Seminaren werden sie sich zurückziehen und kaum Fragen stellen. Wenn sie in Schulungen nicht mitkommen, werden die Mitarbeiter dies als persönliche Schwierigkeit ansehen. Es wird ihnen aber nicht in den Sinn kommen, dass andere Faktoren verantwortlich sind, z.B. ein schlechter Dozent. Folglich werden sie solch negativ geprägte Situationen meiden.

4. Das Üben einzelner Fertigkeiten bringt keinen generellen Effekt
Egal ob jung oder alt, üben Mitarbeiter bestimmte Fähigkeiten z.B. die Merkfähigkeit von Zahlenreihen, dann wirkt sich dies nur auf diese spezielle Fertigkeit aus (sie können sich Zahlenreihen merken). Die Übung hat aber keine Auswirkung auf andere Fähigkeiten und Fertigkeiten. Die Mitarbeiter müssen in verschiedenen Bereichen und vor allem regelmäßig im Training bleiben. Niemand käme auf die Idee, einmal zu joggen und dann zu glauben, das reicht für die nächsten Jahre.

Person umgeben von Zahlen
5. Es ist alles eine Frage der Motivation

Pokal, Luftschlangen und Konfetti

Es gibt geringe Unterschiede in der Lernleistung, aber hohe in der Lernmotivation. Das ist das Resümee, wenn man sich die Unterschiede zwischen den Altersgruppen anschaut. Dies weist gleichzeitig auf die hauptsächlichen Aufgaben der Weiterbildung hin: Zeigen Sie jungen und älteren Mitarbeitern, dass Lernen in jedem Alter Spaß macht und sorgen Sie dafür, dass die Trainer das Lernen erleichtern und die Teilnehmer ermutigen statt zu entmutigen. Eröffnen Sie den Mitarbeitern aller Altersgruppen die Möglichkeit, über die individuelle Lernstrategien und deren Effizienz nachzudenken. Verzichten Sie dabei unbedingt auf unsinnige Kurse á la „Best Agers“.

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