Garant für den Austausch von Erfahrungen und Wissen: Kollegiale Fallberatung.

Im Arbeitsalltag kommt es immer wieder vor, dass Ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen Schwierigkeiten bei der Arbeit haben. Entweder weil sie neue Aufgaben meistern müssen, ihnen bestimmte Vorgänge noch nicht bekannt sind oder sie einen Rat brauchen, wie sie mit einer bestimmten Situation umgehen sollen.

Die „Kollegiale Fallberatung“ kann hier gute Dienste leisten. Der Gedanke dahinter:

Ihre Mitarbeiter und Kollegen unterstützen sich bei Fragen und Problemen gegenseitig. Die unterschiedlichen Erfahrungen und Sichtweisen führen dazu, dass Fragen schneller beantwortet, Probleme schneller beseitigt und praxistaugliche Lösungen gefunden werden.

Genaugenommen handelt es sich bei der Kollegialen Fallberatung nicht um eine klassische Schulung. Dennoch findet sie in der Weiterbildung immer mehr Anklang. Sie ist einfach einzuführen, zeichnet sich durch einen hohen Praxisbezug aus und macht sich sofort bezahlt. Gute Gründe, diese alternative Lernform einmal auszuprobieren. Wir sagen Ihnen, was Sie dabei beachten sollten.

Was Sie über die Kollegiale Fallberatung wissen sollten

1. Nutzen Sie die Vorteile dieses Beratungsformats
Dieses Beratungsformat bietet sich an, wenn Sie das Potenzial und Wissen einer Gruppe nutzen möchten, deren Mitglieder sich in ähnlichen beruflichen Situationen befinden und die bereit sind, ihre Fälle in einer Gruppe zu besprechen.

Auf keinen Fall sollten Sie aus der kollegialen Beratung eine Pflichtveranstaltung machen. Alle Beteiligten machen bei der Beratung freiwillig und im Konsens mit und sind grundsätzlich bereit, ihre Fälle einzubringen.

Gruppe bei Fallberatung

2. Suchen Sie die passenden Mitarbeiter aus
Es ist nicht zwingend, dass die Teilnehmenden der Gruppe aus derselben Abteilung kommen und dieselben Aufgaben haben. Ist die Gruppe übergreifend zusammengesetzt, hat dies den Vorteil, dass es manchem Mitarbeiter oder mancher Mitarbeiterin leichter fällt, eigene Fälle einzubringen. Er oder sie muss nicht befürchten, dass die Kollegen ihn oder sie für unfähig halten, weil solch ein „einfacher“ Fall besprochen wird.

Ein Mitarbeiter sticht aus der Gruppe hervor

Wichtig ist, dass zwischen den Mitgliedern keine hierarchischen Unterschiede bestehen. Vorgesetzte von Teilnehmern sollten bei der kollegialen Beratung nicht dabei sein. Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen müssten sonst befürchten, negativ bewertet zu werden, wenn sie ihre Schwierigkeiten bei beruflichen Themen offenlegen.

3. Beschränken Sie die Aufgabenstellung auf konkrete Praxisfälle

Lernhefte

Die Themen, die besprochen werden, sollten sich auf eine klar abgegrenzte Fragestellung reduzieren lassen und innerhalb einer Sitzung zu klären sein. Alle Teilnehmenden müssen die Chance haben, zur Lösung des Praxisfalls beizutragen.

4. Verknüpfen Sie die Kollegiale Fallberatung mit einem Mentorensystem
Mit einem Mentor haben Sie einen Fachmann, der die Beratungssitzungen leiten, aber auch zwischen den Treffen bei schwierigen Fragen und rechtlichen Unsicherheiten beraten und unterstützen kann.

Ein Fachmentor ist Spezialist auf einem bestimmten Gebiet, gleichzeitig Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme, die in diesem Fachgebiet auftreten. Entscheidend ist, dass Sie geeignete Fachleute ansprechen. Die Fachleute die Aufgabe gerne übernehmen und dass Sie definieren, welche Aufgaben dem Fachmentor zugewiesen werden.

Personen im Gespräch

5. Machen Sie die Teilnehmer mit der Methodik vertraut

Dozent erläutert Methodik

Achten Sie darauf, dass das Instrument „Kollegiale Beratung“ richtig eingeführt wird. Sie können selbst als Impulsgeber fungieren, indem Sie die Methodik vorstellen und mit den Teilnehmern soweit erarbeiten, dass diese sie in Zukunft eigenständig durchführen können.

Als Alternative bietet sich ein externer Berater an, der sich mit dem Instrument bereits beschäftigt hat und auch über praktische Erfahrungen in der Durchführung verfügt. Er oder sie sollte den Beteiligten die Regeln erklären, die ersten Sitzungen leiten und auch bei den folgenden Sitzungen anwesend sein, um gegebenenfalls nachsteuern zu können.

Wenn schließlich, nach einer Übungsphase, alle Beteiligten die Kollegiale Beratung beherrschen und den Nutzen für sich selbst erkannt haben, können Sie die weitere Durchführung der Eigeninitiative der Gruppe überlassen.

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