Das Geheimnis verhaltensorientierter Schulungen

Ein Mitarbeiter, der ständig wichtige Anfragen ignoriert, ein Manager, der seine Kollegen schikaniert oder ein Sachbearbeiter, der Kunden bestenfalls als lästig begreift – egal, in welcher Branche Sie arbeiten, bestimmt sind Ihnen solche Fälle schon einmal untergekommen.

Vielleicht kennen Sie sogar eine Situation wie die folgende:

Auch wenn so etwas nicht vorkommen sollte – einen schlechten Tag hat jeder mal. Doch häufen sich solche Vorfälle, kann das schnell dem ganzen Betrieb schaden. Umso mehr gilt das, wenn sich so ein Verhalten bei mehreren Mitarbeitern eingeschlichen hat. Spätestens dann wird es Zeit, daran zu arbeiten.

Die Frage ist nur – WIE? Wie begegnen Sie falschem Verhalten richtig? Einfach eine Standardschulung ansetzen und hoffen, das Problem damit zu lösen? So ein Vorgehen ist nur selten von Erfolg gekrönt.

Worauf es bei verhaltensorientierten Schulungen ankommt

1. Bereitschaft zur Veränderung wecken

Um ein Verhalten dauerhaft zu verändern, braucht es erst einmal eine Bereitschaft dazu. Für Bereitschaft braucht es Verständnis und Verständnis braucht es Wissen – Wissen um das, was falsch läuft, aber auch um das, was besser sein könnte.

Was es braucht, sind keine sterilen Leitsätze oder schematischen Modelle, die nur an der Oberfläche kratzen. Richten Sie den Fokus stattdessen auf Informationen zu Wirkungszusammenhängen, zu Vor- und Nachteilen bestimmten Verhaltens und den damit verbundenen Chancen und Risiken. Nicht zuletzt muss den Teilnehmern klargemacht werden, welche Möglichkeiten sich ihnen mit einer Verhaltensänderung erschließen. Das mag erst einmal nach viel Input klingen – doch nur so kann eine Verhaltensänderung angestoßen werden.

2. Eigene Verhaltensweisen analysieren

Zusätzlich müssen die Teilnehmer bereit sein, sich mit der konkreten, persönlichen Arbeitssituation auseinanderzusetzen. Sie müssen ein Verständnis dafür entwickeln, inwiefern die eigenen Verhaltensweisen Einfluss auf ihre Arbeit, die Stimmung im Team und die Organisation nehmen – das schließt sowohl deren Vor-, als auch Nachteile mit ein.

Damit dieser Aspekt auch Wirkung erzielt, braucht es aber eine individuelle Ansprache. Das erfordert Zeit. Zeit, die über ein zweitägiges Seminar meist hinausgeht. Doch wenn Sie diesen Schritt aussparen, bleibt das Verständnis auf der Strecke. Mit der Folge, dass viele Teilnehmer nach verhaltensorientierten Schulungen zu alten Gewohnheiten und Verhaltensmustern zurückkehren.

3. Neue Verhaltensweisen einstudieren

Für Wissen ist gesorgt, das Verständnis wurde geweckt – wunderbar! Jetzt braucht es nur noch die Bereitschaft der Teilnehmer, aus dem Gelernten die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Das bedeutet für sie, ihr eigenes Verhalten infrage zu stellen, neue Verhaltensweisen zu überprüfen und ggf. zu übernehmen. Übernahme heißt, die neu gelernten Verhaltensweisen nicht nur anzuwenden, sondern zur Routine werden zu lassen. Studien zufolge braucht es dafür je nach Alter und Erfahrung 30–60 Wiederholungen. Was ein einzelnes Seminar meist nicht leisten kann.

4. Umsetzungshilfen anbieten

Umso wichtiger ist es dem einzelnen Teilnehmer beim Einüben des neuen Verhaltens zu unterstützen. Dafür braucht es Transferhilfen, die über die Schulungsdauer hinausgehen: Anwendungsorientierte Praxisaufgaben, zusätzliche Umsetzungsworkshops, Coachings und Mentorenprogramme oder Lerntandems. Über eine solche Begleitung sollten Sie nachdenken, Sie im Idealfall sogar zum Standard Ihrer verhaltensorientierten Schulungen machen.

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