Bei Qualifizierungen unverzichtbar: Interne Multiplikatoren

Über 90 Prozent des Erfolges eines Seminars hängen aus Sicht der Teilnehmer allein vom Trainer ab: von seinen Fachkenntnissen, seiner Fähigkeit Stoff aufzubereiten und zu vermitteln und nicht zuletzt von seinem Auftreten.

Gerade bei Fachthemen spricht deshalb viel dafür, eigene Mitarbeiter zu motivieren, sich in der Weiterbildung zu engagieren.

Der Vorteil: Jene Multiplikatoren kennen die Besonderheiten ihres Hauses und auch die Besonderheiten einzelner Referate und Arbeitsplätze. Damit können sie besser als jeder andere beurteilen, welche Themen für ihre Kollegen wichtig sind. Sie sprechen zudem deren Sprache und stehen auch nach der Schulung als Ansprechpartner zur Verfügung. Dies wirkt sich positiv auf den Teilnehmer- und Praxisbezug der Schulungen aus.

Was Sie beim Qualifizieren von Multiplikatoren beachten sollten:

1. Ohne Werbung geht es nicht
Interne Multiplikatoren im Gespräch

Am besten machen Sie sich gleich eine Liste, zu welchen Themen Sie gut Multiplikatoren gebrauchen könnten. Denken Sie dabei auch an Fachthemen, die Sie noch nicht anbieten. Auch bei Methodenseminaren und Gesundheitskursen können Multiplikatoren zum Einsatz kommen.

Setzen Sie eine Anzeige in Ihr Intranet. Oft ist aber eine persönliche Ansprache der bessere Weg. Wenn Sie in den Fachabteilungen Weiterbildungskoordinatoren haben, bitten Sie sie, nach geeigneten Multiplikatoren Umschau zu halten.

2. Nicht jeder Fachmann ist auch ein guter Trainer
Achten Sie bei der Auswahl auch auf das Auftreten und auf die Motivation des (potenziellen) Multiplikators. Nicht selten sind Nachwuchskräfte, die sich mit Elan an die Aufgabe machen, besser als Fachkoryphäen, die sich mit der Vorbereitung und Durchführung von Schulungen wenig Mühe geben.

Schaffen Sie sich Alternativen. Wenn ein Multiplikator ausfällt oder nicht so häufig Schulungen durchführen möchte, sollten Sie einen adäquaten Ersatz zur Verfügung haben.

Fachmann als Trainer
3. Schulungen müssen ein hinreichenden Standart haben
Standard von Schulungen
Dreistündige Präsentationen mit PowerPoint-Orgien und langweiligen Vorträgen – das ist das, was immer noch viele Multiplikatoren unter Unterricht verstehen. Um einen guten Lernerfolg zu erreichen, bedarf es aber einer Aktivierung, Motivierung, Strukturierung sowie einem Eingehen auf die Teilnehmer. Das sollten Ihre Multiplikatoren wissen und beachten.

4. Multiplikatoren sollten langfristig gefördert werden
Sie werden sicher das eine oder andere Naturtalent bei Ihren Multiplikatoren finden, aber die Mehrzahl wird sich erst nach und nach eine gute Methodik erarbeiten müssen. Dabei sollten Sie sie unterstützen. Durch eine kluge Evaluationsstrategie, die konkrete Anhaltspunkte für Verbesserungen bietet, und durch regelmäßiges Feedback.

Übrigens: Wenn Multiplikatoren kein Interesse an einem Feedback haben, sollten Sie vielleicht nach einem Ersatz suchen. Kein Interesse an einer Rückmeldung bedeutet gleichzeitig kein Interesse an einer Verbesserung des Unterrichts.

Interne Multiplikatoren im Gespräch
5. Auch interne Trainer müssen qualifiziert werden
Trainerzertifikat

Unterrichten ist eine Fertigkeit, die erlernbar ist. Eine einführende Schulung schützt Multiplikatoren vor negativen Teilnehmerrückmeldungen, eine Schulung hilft ihnen aber auch zu erkennen, wo sie noch besser agieren und lernwirksamer vermitteln können. Kurzum: Eine Didaktik-Schulung hilft dem Multiplikator und auch den Teilnehmern.

Ein Tag Schulung zum Thema Train-the-Trainer reicht dabei für eine erste Orientierung. Bewährt hat es sich, noch einen Workshop vorzusehen, in dem die Teilnehmer ihre Erfahrungen austauschen können.

Übrigens können Sie solche Trainings auch zu Motivationszwecken nutzen. Nach der Schulung kann sich ein Interessent dann entscheiden, ob er als Multiplikator arbeiten will.

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