5 Tipps zur Erstellung und Kontrolle von Evaluationsbögen.

Kein Seminar ist so gut, dass man es nicht noch weiter verbessern kann – das ist nur mit geeigneten Analysedaten möglich. Ist das Ziel, unterschiedliche Seminare miteinander zu vergleichen, dürfte der Bewertungsbogen das richtige Instrument sein, mit aller Vorsicht, die bei der Interpretation der Ergebnisse angebracht ist. Deshalb hat nahezu jeder Fortbildungsträger und jedes Fortbildungsreferat seinen eigenen Bewertungsbogen.

Worauf es bei der Erstellung von Evaluationsbögen ankommt

Evaluationsbogen
1. Halten Sie den Fragebogen kurz

Evaluationsbögen sollten kurz gehalten werden. Teilnehmer füllen die Bögen ohnehin eher ungerne aus. Je länger der Bogen, desto mehr schwindet die Motivation. Deshalb sollte der Standardbogen nur eine Seite, maximal zwei Seiten umfassen. Bei besonderen Anlässen und besonderen Seminaren können Sie ja einen Bogen einsetzen, der zusätzliche Fragen beinhaltet.

2. Sorgen Sie für einen guten Einstieg

Überlegen Sie bitte, welche Überschrift Sie für den Bogen wählen. Beurteilungsbogen und Bewertungsbogen können negative Assoziationen erzeugen. Besser sind vielleicht Formulierungen wie Ihre Meinung zum Seminar oder Ein Blick zurück auf das Seminar.

Oder seien Sie noch mutiger und beginnen Sie mit: Ihre Meinung zählt!

Stellen Sie dem Fragebogen einen einleitenden Satz zu Sinn und Zweck voran: Ihre Meinung ist uns wichtig. Nur so können wir Ihnen die Seminare anbieten, die Sie sich wünschen.

Verzichten Sie dabei auf ausführliche Erläuterungen. Sie werden meist ohnehin nicht gelesen.

Kopfzeile eines Evaluationsbogens

Fragen für Evaluationsbogen

3. Nehmen Sie die richtigen Fragen auf

Setzen Sie den Schwerpunkt auf Fragen, die mit dem Lernerfolg verknüpft sind. Fragen Sie nach der Aktivierung, der Verständlichkeit, der Motivierung, der Strukturierung und anderen Lernförderern. Es gibt Fragen, auf die Sie verzichten können, zum Beispiel auf “Wie schätzen Sie die Qualität der Schulungsunterlagen ein?”

Diese Frage ist dann unsinnig, wenn die Unterlagen erst am Ende der Veranstaltung ausgegeben werden.

Es ist auch möglich, dass sich die Antworten auf verschiedene Fragen (fast) nie unterscheiden, wie zum Beispiel bei den Fragen “Wie beurteilen Sie die Zusammenarbeit in der Seminargruppe?” und “Wie beurteilen Sie das Arbeitsklima?”

In diesem Fall könnten Sie beide Fragen zusammenfassen oder auf eine verzichten. Und schon wäre der Bewertungsbogen kürzer. Voraussetzung dafür ist allerdings eine genaue Analyse möglichst vieler Bögen.

4. Achten Sie auf die richtige Formulierung

Achten Sie bitte darauf, dass Sie einfache, verständliche und vor allem aussagekräftige Begriffe wählen. Je weniger griffig der Ausdruck, desto aussageschwächer die Antworten. Ein Beispiel: “Wie beurteilen Sie die Rhetorik des Dozenten?”

Kombinieren Sie Fragen zum Ankreuzen mit freien Antwortmöglichkeiten. Beschränken Sie aber die Zahl der freien Antwortmöglichkeiten. Achten Sie darauf, dass Sie bei den freien Antwortmöglichkeiten ebenfalls aussagestarke Fragen kreieren. “Was wollen Sie sonst noch anmerken?” ist eine sehr allgemeine Frage, die vermutlich sehr diffuse Antworten mit sich bringt.

Evaluationsbogen
Qualitätsverbesserung
5. Bei Ankreuzfragen ist die richtige Skala wichtig

Hier die Regeln:

  1. Zahl der Items begrenzen: Es gibt Untersuchungen, dass wir nicht mehr als sieben verschiedene Ausprägungsgrade unterscheiden können – und selbst damit haben einige schon Schwierigkeiten. Deshalb sollten die Einschätzungsskalen nicht zu breit gefächert sein.
  2. Einheitliche Skalenbeschriftung: Wechseln Sie möglichst nicht bei jeder Frage die Beschriftung der Möglichkeiten zum Ankreuzen. Das verwirrt nur. Überlegen Sie, ob Sie nicht grundsätzlich auf die Schulnoten zurückgreifen. Die kennt jeder und die passen immer.
  3. Ausreichende Differenzierung im positiven Bereich: Die meisten Teilnehmer beurteilen Seminare mit gut bis sehr gut. Deshalb macht eine starke Differenzierung im negativen Bereich wenig Sinn, andererseits sollten Sie ausreichend viele Ankreuzmöglichkeiten bei den positiven Werten vorhalten.
  4. Skalen mit positiven Werten beginnen: Beginnen Sie die Skala mit positiven Werten. Ansonsten kann es passieren, dass die Teilnehmer nicht genau hinsehen und falsch ankreuzen.

Tipps zum Schluss

Nehmen Sie grundsätzlich nur Fragen auf,

  • die wichtige Aussagen über die Qualität des Unterrichts und der Rahmenbedingungen liefern und
  • für die Verbesserung des Seminars konkrete Hinweise erbringen.

Formulieren Sie die Fragen dann so, dass das Ergebnis eindeutig und einfach zu interpretieren ist. Sind Sie bei Fragen unsicher, machen Sie den Nutzertest.

Und denken Sie stets daran: Ein Seminar ist nur dann erfolgreich, wenn die Teilnehmer das Gelernte in der Praxis umsetzen.

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